Austria meets Sivas in der Türkei – Investoren Willkommen
Im Herzen der Türkei liegt viel Potenzial für die österreichische Wirtschaft. In Sivas, der flächenmäßig zeitgrößten Stadt in der Türkei, gibt es einen enormen Aufschwung. Die Investitionsbereitschaft im Bereich des gehobenen Tourismus und der Umstellung der Industrie sowie Energieversorgung auf nachhaltige erneuerbare Energieformen birgt große Chancen für die österreichische Wirtschaft.
Römer, Griechen, Armenier, Perser und später die Osmanen mit ihren unterschiedlichen Religionen lebten und leben in dieser Gegend. Die Geschichte von Sivas reicht bis 7000 vor Chr. zurück, dementsprechend viele Reste der sich ablösenden Imperien sind als Siedlungsfragmente vorhanden. Bundesrat Efgani Dönmez, zu den Eindrücken der Reise: "Eine Wiege der menschlichen Hochkultur in Kombination mit einer einzigartig, faszinierenden Naturlandschaft sind eine Urquelle für den noch zu erschließenden sanften Tourismus. Hier können wir aus OÖ einen Beitrag zur Erschließung von Kooperationen leisten."
Die Sivaslilar Vereinigung Europa mit Sitz in Dortmund hat eine Delegation aus Deutschland und Österreich, welche aus Politikern und Wirtschaftsleuten bestand, zu einer Sivas- Rundreise geladen. "Der Zweck dieser Reise ist, das Land und die Menschen kennenzulernen sowie Brücken im politischen sowie im wirtschaftlichen Kontext zu bauen.", so der Obmann der Sivaslilar - Vereinigung Rüstü ELMAS.
Der Governeur Ali KOLAT sowie der Bürgermeister Dogan ÜRGÜP bereiteten der Delegation einen herzlichen Empfang vor und gaben Informationen über das Land, die wirtschaftliche Situation sowie über die bevorstehenden Schwerpunkte im Bereich der Energieversorgung, Tourismuswirtschaft und Standortvorteile für potenzielle Investoren im wirtschaftlichen Sektor.
Es wurden Firmen vor Ort vorgestellt, welche in der Textilindustrie, der Metallindustrie, dem Bergbau und der Tourismusbranche ansässig sind. Der überwiegende Großteil dieser Firmen produziert für den europäischen und asiatischen Markt, im Auftrag von nahmhaften Marken, wie Mercedes-Benz, S’Oliver und diverse andere heiß begehrte Rohstoffe für die internationalen Rohstoffmärkte.
"Durch die langjährig nicht getätigten Investitionen und bevorstehenden Erneuerungen in die Infrastruktur und Energieversorgung bricht nun ein neues Zeitalter an Investitionsschub in die genannten Branchen an und es liegt, "eine Art Goldgräberstimmung" in der Luft.", so Fatih Bayrak, Geschäftsführer eines Online Warenhandels mit Sitz in Herten.
Die heimischen Investitionen in der Türkei boomen. Seit 2003 hat sich das österreichische Investitionsvolumen auf einen Gesamtbestand von 1,5 Mrd. Euro verachtfacht, davon wurden 1,2 Mrd. Euro in den letzten fünf Jahren investiert.
Exporte in die Türkei um 11,7 Prozent auf 943 Mrd. Euro gesteigert
Österreichs Unternehmen liefern vor allem Maschinen, Kunststoffe, Eisen und Stahl, optische Geräte und Pharmazeutika in die Türkei. Die österreichischen Exporte konnten 2007 um 11,7 Prozent auf 943 Mrd. Euro gesteigert werden.
Die Importe, vorwiegend Bekleidung, Kraftfahrzeuge, Maschinen und Aluminium, verzeichneten ein Plus von 7,7 Prozent auf 861 Mio. Euro. Damit erzielte Österreich mit der Türkei im Jahr 2008 eine positive Handelsbilanz von 82 Mio. Euro.
"Wir Österreicher sind durch unsere Geschichte, aber auch durch unsere Gegenwart dazu prädestiniert, bei geplanten Investitionen in der Türkei eine Vorreiterrolle einzunehmen. Es gibt schon seit jeher enge historische und wirtschaftliche Beziehungen. Es liegt an uns die politische, wirtschaftliche und kulturelle Initiative zur Annäherung der Türkei an die EU sowie die Entwicklungen als großes Betätigungsfeld für die österreichische Wirtschaft anzusehen.
Wir haben zum Beispiel durch innovative, heimische Firmen im Öko-Energiebereich einen enormen Vorteil und könnten auf den fahrenden Zug in Sivas aufspringen, um die bevorstehenden Erneuerungen in der Energieversorgung mit sauberer Technologie aus Österreich zu begleiten.", sagt Bundesrat Efgani Dönmez.
Über die wirtschaftlichen Kooperationsmöglichkeiten hinaus wurde großes Interesse an einer Städtepartnerschaft, seitens des Gouverneurs sowie des Bürgermeisters bekundet.
Die Universität Sivas mit über 20 Fachrichtungen pflegt enge Kontakte zu nationalen und internationalen Partneruniversitäten. "Nach Österreich gibt es noch keine Kontakte, würden uns aber über Kooperationen, im Sinne von Studentenaustausch und wissenschaftlichem Dialog mit einer Partneruniversität sehr freuen.", so der Vize-Rektor der Sivas Universität. Bundesrat Efgani Dönmez hat zugesagt, diesbezüglich mit den Verantwortlichen in Österreich Gespräche zu führen, um Brücken für Kooperationen auf wirtschaftlicher und bildungspolitischer Ebene zu schlagen.

